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NT Challenge | Tag 7 | selbst angelegte Suchaufgaben

Seit Beginn der Challenge habe ich dir bereits mehrere Aufgaben vorgestellt, mit denen du deinem Hund die Geruchsstoffsuche näher bringen kannst.

Zählt dein Hund schon zu den erfahrenen Schnüffelnasen?
Dann konnte er die Aufgaben sicher schnell verstehen und sie problemlos umsetzen.

Ist dein Hund noch ein Schnüffelneuling, dann wird er mehr Wiederholungen benötigen, um das Erlernte zu festigen.

Jeder Hund lernt in seinem eigenen Tempo. Der eine begreift schnell – der andere benötigt etwas mehr Zeit.

Und das meine ich vollkommen Wertneutral.

Da ist nichts Schlimmes dabei. Es ist einfach so.

Mit der Suche nach einem Geruch kannst du viele Jahre Spaß haben – was machen da schon ein paar Tage?

Ich möchte euch daher bitten, den heutigen Tag individuell anzugehen. Wiederholt die Übungen, die ihr meint, noch einmal wiederholen zu müssen. Oder gönnt euch und eurem Hund einen freien Tag.

Alle, die später in die Challenge eingestiegen sind, können so auch ein wenig aufholen.

Ich nutze diese Zwischenzeit, um euch noch ein wenig über das Nosetracking – hier speziell die Möglichkeit eines selbst angelegten Schnüffelspaziergangs zu berichten.

Also Teetasse geschnappt – entspannt auf der Couch zurückgelehnt und los geht’s………

Warum eigentlich Schnüffelspaziergänge?

Als ich vor mehr als 10 Jahren nach einer Beschäftigung für meinen Terrier gesucht habe, war mir ein paar Punkte extrem wichtig.
Es sollte etwas sein, was ich SELBER – ALLEIN – OHNE AUFWAND möglichst auf MEINEM Spaziergang machen kann.

Ich wollte nicht nur einmal in der Woche die Möglichkeit haben, ihm einen Schnüffelspaß zu gönnen, sondern dann, wenn es mir gerade in den Sinn kommt.

Ich wollte nicht abhängig von den Zeiten eines Helfers sein – und auch nicht bei Wind und Wetter irgendwo herumstehen müssen, damit ich endlich an die Reihe komme.

Die Geruchsstoffsuche – und das war mir schnell klar – konnte und kann all diese Forderungen erfüllen.

Mein Umgang mit dem Geruch

Heute habe ich immer 3 bis 4 Zedernholzstücke in einer kleinen Plastikdose dabei. Diese passt in jede Tasche.
Mit den Holzstücken kann ich jederzeit, wann es mir beliebt, kleine Verstecke anlegen.

Möchte ich das Suchgebiet am selben Tag noch einmal verwenden, lege ich die Hölzer in kleinen Blechdosen aus. Damit kontaminiere ich das Suchgebiet nicht so stark.

Werden mehrere Tage vergehen, bis ich den Bereich wieder nutze, dann verwende ich sie einfach pur. (Dies ist bei mir fast immer der Fall)

Ich mache dabei kein Aufheben. Ich benutze keine Handschuhe und auch keine Zange.

Ja – Ich höre gerade die Spürhundeprofis gequält die Luft einziehen.

Ich weiß, dass mein Geruch somit am Holz ist – aber der wird da eh dran sein. Wir lagern die Geruchsobjekte im Haus. Atmen und verlieren Hautschuppen, während wir sie auslegen. Es ist verrückt zu glauben, dass wir unseren Geruch fernhalten können.

Wie ich da sicher sein kann, dass mein Hund nicht nur meinen Duft sucht? Nun, dafür gibt es jede Menge Übungen, die genau das ausschließen. Zum Beispiel so:

Ausschluss meines Geruchs

Möchte ich meinen Hund herausfordern und feststellen, ob er sich eventuell doch an meinem Geruch orientiert, dann fasse ich Dinge in der Umgebung an oder lege andere Behälter oder Hölzer aus, die zwar nach mir, aber nicht nach Zedernholz riechen.
Dabei muss ich natürlich darauf achten, dass sich an meiner Hand kein Zedernholzduft befindet. Somit lege ich diese Verleitungen stets zuerst an. Am Ende folgt das Zedernholz.

Eine weitere Möglichkeit, um seine Treue zum Geruchs zu testen:
Ich lasse ich ihn fremd-angelegte Suchaufgaben lösen.
Dazu aber in den nächsten Tagen mehr.

Learnings aus meiner ersten Zeit mit dem Geruchsstoff

Als ich in die Geruchsstoffsuche startete und mein Hund langsam begriff, wie das mit der Suche nach einem Geruch funktioniert, war ich Feuer und Flamme.

Ich sah überall in der Umgebung scheinbar geeignete Verstecke. Skurril geformte Baumstämme, stark ausgebildete Wurzelfüße, zerklüftete Steine oder auch nur die defekten Fugenrillen in irgendeiner Abmauerungen. Nichts war davor sicher als Versteck missbraucht zu werden.

Los ging es….. Hund sitzen lassen – Bleib-Kommando – Versteck anlegen – zurück zum Hund – losschicken – begeistert zusehen wie der Hund sucht – belohnen.

Auf jedem Spaziergang mindestens einmal.

Doch schon nach kurzer Zeit verschwand die anfängliche Begeisterung.
Was war passiert?
Hatte ich es übertrieben?
War ich der Sache überdrüssig geworden?

Fast parallel zu meiner schwindenden Begeisterung schien auch bei Mecki die Motivation nachzulassen.
Die Augen leuchteten schon lange nicht mehr wie zu Beginn.

Hatte ich ihn mit meiner Laune angesteckt?

Nun, ganz ehrlich, ich bin mir nicht sicher. Natürlich kann das mit eine Rolle gespielt haben. Vermutlich war aber ein anderer Faktor noch viel ausschlaggebender.

Es dauerte etwas, bis ich begriff, wo die Probleme lagen. Zum Glück habe ich noch die Kurve bekommen.

Warum Mensch und/oder Hund die Lust an der Geruchsstoffsuche verlieren kann

Für mich war es schlicht und ergreifend langweilig geworden. Gefühlt war es doch immer dasselbe.

Hund sitzen lassen – Bleib-Kommando – Versteck anlegen – zurück zum Hund – losschicken – zusehen wie der Hund sucht – belohnen.

Um es ansatzweise interessant zu halten, fing ich an, die Verstecke immer komplizierter zu gestalten. Immer größere Flächen, verstecke in der Höhe, anlegen außer Sicht, an belebten Orten….. Ich hatte Freude daran zuzusehen, wie er sich abmühte, das Versteck zu finden.
Dabei erkannte ich jedoch überhaupt nicht, welche Schwierigkeiten dabei genau auf ihn warteten. Während ich meine Langeweile bekämpfte, überforderte ich meine kleine Schnüffelnase.

Heute habe ich viel mehr Hintergrundwissen. Heute habe ich außerdem einen Trainingsplan, um die Schwierigkeiten gezielt zu üben.

Dabei ergeben sich gleich zwei Vorteile:

1. Man läuft nicht Gefahr, den Hund zu über- oder auch zu unterfordern.

2. Die Aufgaben werden auch für uns Menschen interessanter, weil wir viel mehr verstehen, was da eigentlich gerade Tolles geleistet wird.

Was du nun alles konkret mit deinem Hund üben kannst, nachdem er verstanden hat, wie man einen Geruch sucht. Dazu am Sonntag mehr.

Fazit:

Mit der Geruchsstoffsuche lassen sich wirklich schnell und einfach abwechslungsreiche Suchaufgaben gestalten.

Damit du und dein Hund aber auf lange Sicht Spaß an dieser Beschäftigung habt, solltest du nach einem Trainingsplan arbeiten. Was dieser alles enthalten kann – dazu wie gesagt am Sonntag mehr.

PS:
Hast du noch Fragen zum Thema – ganz egal, ob allgemeine oder diesen Text betreffend – dann zögere nicht und schreib sie hier unten in die Kommentare oder untern den Facebookbeitrag von heute. Gerne kannst du mich auch unter mail@funfelle.de direkt kontaktieren.

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