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NT Challenge | Tag 9 | Objekt liegt frei | Nosetracks

Heute ist bereits Tag 9 und damit der vorletzte Tag unserer Challenge. In unserer praktischen Aufgabe versuchen wir die Übung von gestern zu steigern. Unser heutiges Ziel: Der Geruchsbehälter kann frei liegen.

Dazu folgt noch ein wenig Lesefutter. Es geht um die Nosetracks – kleine fest angelegte Suchaufgaben, die ähnlich wie ein Geocacheversteck jederzeit erarbeitet werden kann. Gönn dir ein paar Minuten und lies es dir durch.

Aber fangen wir doch erst einmal praktisch an:


Geruchsobjekt liegt frei

Gib deinem Hund ein „Sitz -Bleib”- Kommando und entferne dich 2 – 3 Schritte von ihm.

Kennt dein Hund das „Bleib”- Kommando noch nicht, übe es zuerst losgelöst von dieser Übungseinheit mit ihm. Alternativ kannst du natürlich auch eine Hilfsperson bitten, ihn an der Leine festzuhalten.

Nimm den Geruchsbehälter in die eine Hand und Futter in die andere. Gehe in die Hocke und lege beide Hände auf den Boden. Gib deinem Hund ein Freizeichen, damit er zu dir laufen kann. Sollte er von einer Hilfsperson festgehalten worden sein, muss diese nun natürlich die Leine freigeben. Ignoriere seine Bemühungen, an das Futter zu gelangen. Belohne wieder direkt am Objekt, sobald dein Hund die Öffnung des Geruchsbehälters berührt.

So weit – so bekannt. Gehen wir nun eine Stufe weiter:

Wiederhole die Übung erneut. Positioniere dazu deinen Hund wieder in einigem Abstand zu dir. Verfahre wie zuvor, diesmal hältst du den Geruchsbehälter allerdings nur noch mit 2 oder 3 Fingern fest.

Konnte dein Hund die gestellte Aufgabe erfolgreich lösen, erfolgt ein weiterer ähnlicher Durchgang, wobei nur noch ein Finger den Geruchsbehälter festhält.

Du ahnst bereits, wie es weiter geht. Beim nächsten Durchgang liegt das Objekt frei, aber die Hand ist noch ganz in der Nähe.

Mit jedem weiteren Durchgang entfernt sie sich immer mehr vom Geruchsbehälter, bis sie schließlich hinter dem Rücken gehalten werden kann.

Ein kleines Beispielvideo findest du unter dem folgenden Link:

Unsere Nosetracks – kleine angelegte Suchaufgaben

Nosetracking sollte eine Beschäftigung sein, die man jederzeit selbst ausüben kann. Dabei war ich aber nie allein. Ich hatte immer Mitstreiter, die den Weg mit mir zusammen gegangen sind. Gelegentlich trafen wir uns zu gemeinsamen Übungseinheiten – meistens trainierten wir jedoch parallel für uns.

Eines Tages schrieb meine Freundin und Trainingspartnerin Natascha an. Den genauen Wortlauf weiß ich nicht mehr.

Sinngemäß ging sie so:

Hallo Bettina,
Ich war heute mit Phine unterwegs und habe ihr eine kleine Suche angelegt. Sie hat sie sehr gut gemeistert. Ich habe die Verstecke liegen lassen.
Wenn du magst, dann versuch es doch mit Mecki auch einmal.
Wär doch spannend, zu sehen, ob er sie finden kann.
Das Suchgebiet findest du……

SPANNEND?

Oh ja. Das fand ich auch. So machte ich mich direkt am nächsten Tag auf den Weg.


Mecki hatte erst einige Schwierigkeiten, in die Suche zu finden. Er lief schleppend los und dümpelte anschließend durch das Suchgebiet.

Auch für mich war es ein komisches Gefühl. Ich hatte keinen Plan – wusste nicht, wo sich die Verstecke befanden und wie ich mich unter den Umständen auf meinen Hund verlassen sollte.

Da kamen schnell Zweifel auf:

Kann ich ihm wirklich schon vertrauen?

Kann er diese Aufgabe bereits lösen oder ist sie noch zu schwer für ihn?

Hat er da gerade etwas angezeigt oder schnüffelt er nur herum?

Geht es hier wirklich noch um den zu suchenden Geruch oder interessiert er sich gerade eher für eine Pipi-Stelle oder die Fährte eines Wildtieres?

Eine Minute kam mir wie eine Stunde vor. Warum wird er nur nicht fündig? Hat er nicht schon alles abgesucht? Zweifel über Zweifel, die den Spaß überschatteten.

Aber dann – an einer Stelle, die ich nicht im Traum erwartet hätte – an einem kleinen unscheinbaren Bäumchen fand Mecki den Geruchsbehälter

Ich platzte vor Stolz und Begeisterung über seine Leistung. Ein Gefühlt, das ich nie so empfunden hatte, wenn ich im Vorfeld wusste, wo sich die Verstecke befanden. Ein Gefühl, das süchtig machte.

Fremdsuchen, also Aufgaben, die ich nicht selber angelegt habe, haben stets einen besonderen Reiz für mich. Auf der einen Seite die Spannung, etwas Verborgenes zu entdecken, einen Schatz zu heben. Und auf der anderen Seite mich mit meinem Hund zu verbinden, mich in seine Pfoten zu begeben, ihm folgen zu müssen, das erzeugt eine Vertrautheit, die ich bei keiner anderen Aktivität mit meinem Hund empfinde.

Das tiefe Verständnis für den Hund stellt sich nicht von heute auf morgen ein, aber wenn du dich voll und ganz darauf einlässt. Wenn du deinen Kontrollwahn hinten anstellst und versuchst deinem Hund zu vertrauen. Wenn du damit beginnst seine Zeichen und Gesten zu erkennen, dann wirst du ein immer tieferes Verständnis und damit auch eine größere Sicherheit erlangen.

Herausforderung für den Hund

Die Fremdsuche war nicht nur für mich eine Herausforderung. Auch mein Hund musste mit der ungewohnten Situation zurechtkommen:

Mein Geruch war nicht vor Ort und dennoch musste er erkennen, dass es etwas zu finden gibt.

Ich lief viel unsicherer hinter ihm her. Feinfühlige Hunde kann das irritieren.

Keine Hilfestellung von mir. Egal wie sehr wir uns auch bemühen. Wissen wir, wo das Versteck ist, ist die Gefahr groß, dass wir Hinweise aussenden. Meist nicht absichtlich. Unseren Hunden reicht ein Luftanhalten, um zu erkennen, dass er das Versteck erreicht hat. Das kann so weit gehen, dass der Hund einfach nur durch den Suchbereich läuft und auf das “Signal” wartet.

Ungewohnte Verstecklage. Das ist ein verrückter Punkt, aber jeder Mensch hat mit der Zeit fast schon typische Versteckstellen, an denen er gerne etwas anlegt. Ich ertappe mich zum Beispiel immer wieder dabei, das ich bevorzugt auf der rechten Wegseite etwas anlege. Stark ausgeprägte Wurzeln ziehen mich magisch an.
Leider merken dies auch meine Hunde und suchen diese Stellen als Erstes ab.

Fazit:

Du siehst, Suchaufgaben, die du nicht selber angelegt hast, sind wichtig für das Training. Das Beispiel oben hat dir dabei gezeigt, dass bei der Geruchsstoffsuche der Anleger des Versecks nicht anwesend sein muss, wenn dein Hund danach sucht.

Eine Suchaufgabe für jemand anderes zu gestalten geht ganz einfach, wenn die Hunde auf den gleichen Geruchsstoff konditioniert wurden.

Idee für Nosetracks

Weil Fremdsuchen so viel Spaß machen und obendrein nützlich für das Training sind, kamen wir sehr schnell auf die Idee unsere angelegten Aufgaben mit anderen Nosetrackern teilen zu wollen.

Unser Plan: Ein Netzwerk aufzubauen, bei dem nicht nur wir, sondern auch andere engagierte Nosetracker ihre Suchaufgaben für die Gruppe zur Verfügung stellen, um irgendwann vielleicht sogar eine deutschlandweite Sammlung an Suchaufgaben zu ermöglichen.

Bei einem solchen Nosetrack wird ein schöner Spaziergang mit der Möglichkeit dem Hund einen Schnüffelspaß zu gönnen kombiniert. Wenn du Interesse an dieser Form der Suche hast, dann stimm bei unserer Umfrage mit ab (falls noch nicht geschehen).

Ich habe sie hier noch einmal eingefügt. Sag uns, was dich an den Möglichkeiten der Geruchsstoffsuche interessiert. Deine Antwort zeigt uns, worauf wir uns weiter konzentrieren sollen – worüber wir weitere Informationen zusammenstellen.

Welche Möglichkeit der Gestaltung der Geruchsstoffsuche interssiert dich?


Ich sage schon mal Danke, wünsche dir viel Spaß bei der heutigen Übung und freue mich auf morgen – unseren letzten Tag in der Challenge.

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